2007-12-08

Neulich, im Gestühl

Von sowas @ 10:59 [ Das Projekt ]
Ich war mal wieder beim Frisör. Und deshalb - Coiffeurlektüre und Haarfärbemittel sei Dank - extrem up to date, was zur Zeit angesagt ist. Seit ich meine Haare regelmässig färben lasse (ja, 4 von 5 Frauen färben - färben Sie die Ihre auch?! Taam-taram-tamm...) geschieht es mir immer seltener, dass ich bei den IN/OUT-Listen in der Spalte OUT Sachen entdecke, von denen ich gar nicht wusste, dass sie IN waren... (so 4 von 5 Mal, vielleicht). Nun also: Weihnachtsgeschenke sind extrem angesagt.

Eine Auswahl aus drei hier nicht näher bezeichneten (aber gegen einen bescheidenen Unkostenbeitrag auf mein Bankkonto gerne bekannt gegebenen) Zeitschriften sieht etwa so aus (in absteigender Häufigkeit des Genanntseins:

SIE für Sie (oder als Wunsch von IHM):
Klamotten, Schmuck, Accessoirs (Handtaschen, Gürtel, etc.), Parfum, Kosmetika, Uhren, Schuhe, Wohnzubehör, Süssigkeiten, Bücher, CDs.

SIE für Ihn:
Edelspielzeug (Golf, Boule), (Edel-)Papeterieware, elektronische Gadgets (Digitalkamera, iPod, GPS), Manschettenknöpfe, Uhren, Bürozubehör, Schuhe, Mütze, CDs, Bücher, Sportgeräte, Parfum, Kravatten, (Akten-)Taschen, Rasierapparat.

ER für sich:
1. Elektronika, 2. Elektronika, 3. Elektronika (DVD, Kamera, Handy, GPS, HiFi + Zubehör, Monitore, Games, MP3, Telekommunikationsgadgets, Beamer, Compi + Zubehör, Videokamera, Roboter, allerhand Ferngesteuertes und/oder Halbautomatisches), 4. Uhren.

BEIDE zum Weiterschenkenken an Besuchsopfer/Einladungstäter:
Wohnzubehör, Küchengerät, (Kapsel-)Kaffemaschinen, Leckereien und Edelalkoholika, Waschzubehör (Edles für’s Bad).

(Die unzähligen Kauf-und-Schenk-Tipps für die lieben Kleinen erspare ich Ihnen.)

Na, immer noch Lust auf’s Feiern?

PS.: Ein kleiner Tipp von sowas, wie Sie das genialste Weihnachtsfest aller Zeiten verbringen: Schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie es damals war, als sie noch klein waren und die Welt gross, und es den Weihnachtsmann noch wirklich gab. Als am Heiligabend immer alles tief verschneit war, die (selbstgebackenen) Guetzli so lecker schmeckten wie sie aussahen, und die (roten) Kerzen am Tannenbaum noch richtig brannten. Als Sie aus knister-glitzerndem Papier das Geschenk schälten, das Sie sich sehnlichst gewünscht, aber niemandem verraten hatten. Als man sich noch getraute, Lieder (selber) zu singen und irgendwer aus der Familie sogar noch ein (echtes) Instrument dazu spielte. Na, immer noch Lust auf’s Einkaufen?

PPS.: Ich warte auf den Frisörbesuch, wo ich in der Zeitschrift *piep* in der OUT-Spalte lese: Weihnachten. Vermutlich färben sich bis dahin 6 von 5 Frauen die Haare.


2007-11-02

Bedrogen

Von sowas @ 14:09 [ Das Projekt ]
Am heutigen, herrlichen Tag. Will ich über Drogen schreiben. Nicht wegen der Martina, das wäre erstens zu billig und zweitens auch nicht rechtens. Denn schliesslich hat die Martina - gemäss eigener Angaben - nicht. Ich aber habe, und gebe das auch ganz offen zu. Drogen genommen. In meiner Jugend (I DID inhale!), und - so realisierte ich heute beim Velofahren - nehme sie immer noch. Nicht unbedingt als dem Körper zuführbare Substanzen, sondern als Hilfsmittel, um gewisse Dinge des Lebens erträglicher, wenn nicht gar angenehm zu machen. Wie zum Beispiel stundenlanges Velofahren. Eine Öderie sondergleichen. Erträglich allein, indem man sich mit Drogen vollpumpt, in nämlicher Form fetziger Musik, die einem via Kopfhörer den Gehörgang zudröhnt. Zu fetziger Musik - mein Helferlein Nr. 2 - kann ich eigentlich fast alles. Stundenlang. Ohne Musik vielleicht gerade mal 5 Minuten. Wenn das keine Droge ist! An einem strahlend schönen Tag wie heute, kann ich auch vieles, stundenlang. Flanieren, sinnieren, telefonieren, trällernd die Wohnung putzen.
Ohne Drogen kann ich fast nichts, und ich geb’s zu: Ich nehme auch zum Bloggen Drogen! Da, neben mir steht mein Helferlein Nr. 1: eine Tasse Cappucchino, mit viel crèmigem Schaum, dafür ohne Schokopulver, denn schliesslich nehme ich zwar Drogen, aber süchtig bin ich nicht! Oder? Ist das Leben ohne Mummy’s little helpers nicht schlicht unerträglich? Können wir uns beispielsweise der brutalen Wahrheit ungeschminkter Nachrichtenbeiträge stellen, wenn sie nicht - uffseidank - alle 10 Minuten durch einen heiter-stupiden Werbeblock aufgelockert wird (zur Not hilft auch Zappen, als Ersatzdroge quasi)? Und ist die Unterhaltungsindustrie - inklusive diesem Blog - nicht auch eine Droge, die uns das von der ausgeschafften Religion verwüstet zurückgelassene Jammertal des Lebens erträglich macht, vor allem, seit wir wissen, dass es kein Himmelreich gibt, in das wir uns flüchten können - und scheint die Sonne daraus noch so strahlend herab, wie am heutigen, herrlichen Tag.

Mothers little helpers

2007-10-27

Schweigen ist Gold

Von sowas @ 09:56 [ Das Projekt ]
Die einen sagen, sowas sei mit ihren Blogeinträgen liederlich geworden.
Ich aber sage, sowas hat gelernt zu schweigen, wenn sie nichts zu sagen hat.
Das ist doch auch schonmal was, oder?

...

2007-10-24

Das Stauto und die Mautobahn

Von sowas @ 08:52 [ Das Projekt ]
Ich lese NZZ-Folio (tut gut für die Bildung). Dort steht:

a) Millionen von Indern/Afrikanern/Chinesen sollen sich bald ein eigenes (Billig-)Auto leisten können.

b) Um die Folgen der vielen Autos zu bekämpfen, soll in Europa bald eine globale Strassenmaut eingeführt werden.

Ich schliesse daraus:

c) Leute sollen billige Autos kaufen und sie dann stehen lassen, weil das Fahren zu teuer ist.

Oder hab ich was nicht ganz richtig verstanden?

Stautos auf der Mautobahn

2007-09-14

Freiheiten und sowas

Von sowas @ 07:18 [ Das Projekt ]
ornières

Allzu leicht nur, allzu leicht. Fährt es sich in Schienen. In vorgegebenen Bahnen, eingekerbt durch vielfache Wiederholung. Graben sich Gewohnheiten in unseren Lebensalltag ein, strukturieren ihn, machen ihn befahrbar, urbar für die tägliche Flut an Aufgaben-Kompetenzen-Verantwortlichkeiten, in die wir uns hineindeklarieren.

Wieviel schwieriger ist es, ihnen zu widerstehen! Den Fuss herauszunehmen, aus dem Geleise, ihn daneben zu stellen und den anderen auch. Und dann? Haben wir vergessen? Zu Gehen? Vergessen, wie 'es geht', wenn man einen Fuss vor den anderen setzt? Das Gewicht verlagert und für einen Moment die Stabilität preisgibt, die Balance aufs Spiel setzt, um vorwärts zu gelangen. Auch wenn man rückwärts schreitet, bewegt man sich vorwärts, in eigenen, willkürlichen Pfaden, unbekannt, erratisch, und immer wieder. Neu.

Gehen wir, dann wissen wir nichts. Dann führt jeder Schritt potenziell ins Überallhin. Stehen uns alle Möglichkeiten offen, grundsätzlich, einzig und allein determiniert durch den vorangehenden Punkt. Besteht unser Horizont aus dem, was unsere Schritte in Länge, Richtung und Geschwindigkeit zu durchmessen in der Lage sind.

Paralysiert blieb ich liegen. Im Bett, das jahrelang Ausgangspunkt allmorgendlicher Tramfahrten war, beginnend mit Aufstehen-morgenturnen, hin zu Duschen-ankleiden-zurarbeitfahren, an Insitzungenrumhängen-essen-zeugerledigen vorbei nach Instrainingfahren, um anschliessend über Einkaufen-heim-hobbyfamilienzeug bei Zähneputzen-schlafengehen wieder in die Remise zurück zu kehren.

Paralysiert verharre ich in ihr, der Remise, mir bewusst werdend, nichts anderes getan zu haben, als diese ausgeleierte Strecke durch eine andere zu ersetzen. Andere Geleise zu benutzen, eine andere Linie. Deren erste Haltestelle Turnen-Duschen ist. Und deren zweite Blogschreiben. Fahre ich auf Schienen, die mich durch meinen Timeouterinnen-Alltag kurven lassen, wie eine Eiskunstläuferin in ihrer Pflichtspur. Sogar das einstmals beglückende "eigentlich kann ich im Bett bleiben, denn ich hab ja nichts zu tun" ist zur Farce geworden, zur vorgelagerten Haltestelle. Denn natürlich stehe ich auf. Immer.

Auch in der absoluten Freiwilligkeit sind wir nicht davor gefeit, die Freiheit in Bahnen zu lenken. Um sie zu kontrollieren und uns nicht zu verlieren. Im Überall. Im N/Irgendwo.

Und so bin ich auch heute aufgestanden und bis zur zweiten Haltestelle gefahren. Die erste habe ich ausgelassen - soviel zu meiner Freiheit.

2007-09-12

Einstürzende Himmel

Von sowas @ 08:03 [ Das Projekt ]
Kann einem unter freiem Himmel die Decke auf den Kopf fallen?

Einstürzende Himmel

Ja. Die innere Decke.

2007-09-07

Der Weg (Teasertext)

Von sowas @ 22:22 [ Das Projekt ]
Den Berg hinan. Hinauf. Stetig und unerbittlich. Durch dunstige Schluchten. Über schäumende Wildbäche. An blühenden Büschen vorbei. Die Nachmittagssonne reisst die Nebelfetzen auf. Und der Pfad führt aufwärts. Manchmal jäh, dann wieder sanft. Geht behäbigen Nadelbäumen aus dem Weg, die ihre Äste schwerfällig auf den Boden hängen lassen. Umrundet gelb gefleckte Felsen. Bezwingt im Zickzack steile, rutschige Bergwiesen. Tänzelt über grobe Steinplatten, schlängelt sich über Geröllhalden, führt durch sandige Mulden und matschige Moore.
Er ist launisch, der Pfad. Manchmal breit genug für einen Ochsenkarren, dann wieder so schmal, dass man kaum einen Fuss vor den anderen setzen kann. Manchmal gibt er sich schon von weitem zu erkennen "Hallo, hier bin ich!", um kurz darauf Verstecken zu spielen "Huhu, wo bin ich?" Führt in die Irre, präsentiert neckische, tödliche Abzweigungen – Trittspuren von Bergtieren, die sich im felsigen Nirgendwo verlieren. Als wären den Begehern Flügel gewachsen. Wären die Berge bevölkert von geheimnisvollen Zwitterwesen, ausdauernde Wanderer, behände Kletterer und wagemutige Flieger zugleich.
Weiter oben, wo die Sonne im gleichen Masse stechend wird, wie die Luft kalt, trifft der Pfad auf den Schnee, seinen Feind. Er geht ihm aus dem Weg. Zunächst ist es einfach, liegt der Schnee doch bloss an schattigen Stellen, verschämt sich vor dem Licht verbergend. Dann wird der Schnee aber forscher, fordert Weg und Sonne heraus. Immer öfter legt er sich quer, zwingt den Pfad, eine kalte, schmale Kerbe in sein Antlitz zu ritzen. Bis er sich schliesslich zu Firnfeldern formt, stolz und unnahbar. Der Pfad kapituliert. Und der Schnee türmt sich weiter auf. Zu gleissenden Eismassen, erhaben und Furcht einflössend, zu türkisfarbenen Gletschern, phantastisch und Tod bringend. Ganz oben, dort wo nur noch der Fels es wagt, das majestätische Weiss zu durchbrechen, sich mit ihm zu messen und im Jahreszeitwechsel abwechselnd zu obsiegen und zu unterliegen, ganz oben hört die Welt auf. Und knapp darüber verschwindet auch die Luft, einen eisigen, leeren, schwarzen Raum hinterlassend, in dem die Welt blaugrün schwimmt und die Gestirne wie Kleinode leuchten, überstrahlt von einer heisskalten, erbarmungslosen Sonne.

Erhaben

2007-09-06

Geschafft!

Von sowas @ 13:14 [ Das Projekt ]
Puh, geschafft! Website aufgeräumt, gemistet, 2 Browser getestet und hopp. Seit gestern, 22:00 Uhr bin ich online. www.undsoweiter.bla.

Noch ist die ganze Sache zur Probe, nicht "gut genug" um "verkündet" zu werden und überhaupt.

Wer liest schon sowas?

Egal, es ging darum, es zu machen, ich hab's gemacht und jetzt gehts darum, das Gemachte mit Inhalt zu füllen, mit "Eingemachtem" quasi, Stück für Stück, nadisna.

Ich fühl mich komisch, irgendwie. Mag ich's noch nicht so recht glauben. Aber ich hab's geschafft. Mir eine eigene Website gebastelt, ganz allein und selbständig.
Puh.

2007-09-01

(Good+Bad)=No News

Von sowas @ 07:53 [ Das Projekt ]
Gute Neuigkeiten und schlechte.

Die gute zuerst: Mich rief gestern ein Herr Bienz* von der Stadtpolizei an. Ich dachte schon, Mist! Ärger dräut. Doch Herr Bienz nahm Bezug auf mein Protestschreiben wegen der Busse und entschuldigte sich (!) wortreich. Na ja, so wortreich es einem ansonsten wortkargen Polizeichef eben möglich ist. Man habe halt ein veraltetes Rechnungssystem, das man seit Jahren schon gern ablösen möchte, aber die übergeordnete Dienststelle blocke ab, bla, bla, bla *murr, klag, jammer*... Am Schluss tat mir das Amt von Herrn Bienz so leid, dass ich fast Verständnis für's ursprünglich garstige Verhalten hatte. Zeit also, den Hörer aufzulegen. Aber nicht, bevor mir Herr Bienz noch bestätigte, das Strafmandat zurückzuziehen. Ich bekäme dies auch noch schriftlich mitgeteilt.
Schon tags zuvor hatte ich zwei Schreiben in der Post: eins vom Amtsdirektor bzw. dessen Faktotum, der mir schrieb, man würde die Sache abklären, und eins vom Ombudsmann, der dem Amtsdirektor schrieb, er würde gern wissen, was dieser auf meine Beschwerde zu antworten gedenke. Das ist ja schon mal nicht schlecht. Wenn's einfach auch ohne ginge, wär's noch perfekter.

Die schlechte Nachricht: Mein Webdings ist *zerfetz*. Es war wie bei allen Katastrophen dieser Welt: Ich stand kurz vorm Vollenden, wollte nur noch eine klitzige Kleinigkeit, einen winzigen Witz, eine marginale Unschönheit, die mir und nur mir auffiel, beseitigen, da... päng!... flog das ganze auseinander. Alle Seiten verzerrt, die Links unbrauchbar, die Grafiken wie von Ursus Wehrli aufgeräumt. Seiten waren abgeschnitten oder verdoppelt, grelle Rahmen an Orten, wo ich sie explizit wegprogrammiert hatte, Schauerschriften, als hätte ein besoffener Typograph wahllos in Gutenberg's Schublade gewühlt... Und ich sass da und hatte keine Ahnung, weshalb. Auch nach dreistündiger Verzweiflungssuche nicht. Also druckte ich mir die Quellcodes sämtlicher Seiten aus (ist ein hübsches Bündel) und werde mich heute hinhocken um wie ein Prüfling Seite für Seite durchzugehen mit der Frage "Was ist hier falsch?". Und um, falls ich es nicht herausfinde, von vorn anzufangen. Denn das wurde mir in der vierten Stunde klar, als ich schluchzend meine Lieblings-CD von Dalbello einlegte (ungeeignet zum Kochen!!), und mir von Lisa in vollster Lautstärke "This bitch ain't going down" in die Ohren röhren liess: Frau gibt nicht auf! Nee, nee...

*das mit den Namen gilt immer noch.

2007-08-24

Ärger (versüsst)

Von sowas @ 07:23 [ Das Projekt ]
Sowas ist beschäftigt. Mit ärgerlichem Zeug. Fast so ärgerlich wie Steuernzahlen. Wobei dies nach neuesten Erkenntnissen ja Glücksgefühle auslösen soll. Aber ich halte das für bezahlte Schleichwerbung der öffentlichen (hohlen) Hand. Wenn ich mit Ärgern fertig bin, erzähle ich Ihnen gern den Grund meines Grolls *grrrrr*.

Wenigstens ist das Zeichen hübsch geworden.

Lichtblick

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