Bedrogen
| Von sowas @ 14:09 | [ Das Projekt ] |
Am heutigen, herrlichen Tag. Will ich über Drogen schreiben. Nicht wegen der Martina, das wäre erstens zu billig und zweitens auch nicht rechtens. Denn schliesslich hat die Martina - gemäss eigener Angaben - nicht. Ich aber habe, und gebe das auch ganz offen zu. Drogen genommen. In meiner Jugend (I DID inhale!), und - so realisierte ich heute beim Velofahren - nehme sie immer noch. Nicht unbedingt als dem Körper zuführbare Substanzen, sondern als Hilfsmittel, um gewisse Dinge des Lebens erträglicher, wenn nicht gar angenehm zu machen. Wie zum Beispiel stundenlanges Velofahren. Eine Öderie sondergleichen. Erträglich allein, indem man sich mit Drogen vollpumpt, in nämlicher Form fetziger Musik, die einem via Kopfhörer den Gehörgang zudröhnt. Zu fetziger Musik - mein Helferlein Nr. 2 - kann ich eigentlich fast alles. Stundenlang. Ohne Musik vielleicht gerade mal 5 Minuten. Wenn das keine Droge ist! An einem strahlend schönen Tag wie heute, kann ich auch vieles, stundenlang. Flanieren, sinnieren, telefonieren, trällernd die Wohnung putzen.
Ohne Drogen kann ich fast nichts, und ich geb’s zu: Ich nehme auch zum Bloggen Drogen! Da, neben mir steht mein Helferlein Nr. 1: eine Tasse Cappucchino, mit viel crèmigem Schaum, dafür ohne Schokopulver, denn schliesslich nehme ich zwar Drogen, aber süchtig bin ich nicht! Oder? Ist das Leben ohne Mummy’s little helpers nicht schlicht unerträglich? Können wir uns beispielsweise der brutalen Wahrheit ungeschminkter Nachrichtenbeiträge stellen, wenn sie nicht - uffseidank - alle 10 Minuten durch einen heiter-stupiden Werbeblock aufgelockert wird (zur Not hilft auch Zappen, als Ersatzdroge quasi)? Und ist die Unterhaltungsindustrie - inklusive diesem Blog - nicht auch eine Droge, die uns das von der ausgeschafften Religion verwüstet zurückgelassene Jammertal des Lebens erträglich macht, vor allem, seit wir wissen, dass es kein Himmelreich gibt, in das wir uns flüchten können - und scheint die Sonne daraus noch so strahlend herab, wie am heutigen, herrlichen Tag.

Ohne Drogen kann ich fast nichts, und ich geb’s zu: Ich nehme auch zum Bloggen Drogen! Da, neben mir steht mein Helferlein Nr. 1: eine Tasse Cappucchino, mit viel crèmigem Schaum, dafür ohne Schokopulver, denn schliesslich nehme ich zwar Drogen, aber süchtig bin ich nicht! Oder? Ist das Leben ohne Mummy’s little helpers nicht schlicht unerträglich? Können wir uns beispielsweise der brutalen Wahrheit ungeschminkter Nachrichtenbeiträge stellen, wenn sie nicht - uffseidank - alle 10 Minuten durch einen heiter-stupiden Werbeblock aufgelockert wird (zur Not hilft auch Zappen, als Ersatzdroge quasi)? Und ist die Unterhaltungsindustrie - inklusive diesem Blog - nicht auch eine Droge, die uns das von der ausgeschafften Religion verwüstet zurückgelassene Jammertal des Lebens erträglich macht, vor allem, seit wir wissen, dass es kein Himmelreich gibt, in das wir uns flüchten können - und scheint die Sonne daraus noch so strahlend herab, wie am heutigen, herrlichen Tag.



