2007-12-04

Reisevorbeitungen

Von sowas @ 07:38 [ Kram ]
Neuigkeiten? Sie haben recht. Niemand liest sowas, nur alten Käse aufgetischt zu bekommen. Nun. Da liess ich mir gestern also 4 Spritzen unter die Haut jagen, in die Muskeln beider Oberarme, die ich fortan zu bewegen mehr als Mühe hatte. Aber wer braucht schon seine Oberarme, um ins Tram zu steigen und anschliessend mit dem Zug heimzufahren. Ich nicht. Sie?
4 (vier!) Spritzen habe ich gestern verpasst bekommen, um geschützt zu sein gegen Tollwut, Vogelgrippe, Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche und was man sich sonst allerhand Garstiges einfangen kann, wenn man die Nasenspitze über die Landesgrenze streckt. Ich habe vor, sie ganz weit zu strecken, nicht einmal Pinocchio vermöchte mit mir mitzuhalten.
Wie gesagt, ich habe es vor. Denn bestätigt ist noch nichts. Der „letter of invitation“ - zwar seit Wochen versprochen - steht aus, das Visum - wie man mir bestätigt hat - nurmehr reine Formsache, aber eben: Wo nix is, da is nix. Also habe ich angefangen, meine Reisevorbereitungen auf gut Glück zu treffen, und zwar physisch, so dass man’s spürt, dass es weh tut, die fremden Kulturen, unter die Haut sollen sie gehen, und das taten sie auch, die Spritzen.
Wobei gelogen wäre, wenn ich behauptete, die Spritzen seien der Anfang gewesen. Den Anfang machte ich dort, wo die Schweiz ihren Nabel hat: nämlich hinter der Pforte zum Bankgeheimnis. Wo ich eigene in Fremdwährung umtauschen liess, und diese buntbedruckten, verstaubt anmutenden Zettelchen bestellte, die ich vor einem Vierteljahrhundert in irgend einer kykladischen Provinzbank zu wechseln versuchte, vergeblich, denn die Banken waren immer geschlossen, egal wann, und egal wo. Banköffnungszeiten sind noch grausamer und unmenschlicher als Postöffnungszeiten. Aber das ist ein anderes Thema.
Obwohl man mir versichert hat, heutzutage immer und überall mit einer Kreditkarte bezahlen zu können (gesetzt der Fall, man habe die richtige bei sich), liess ich mir die Scheine geben, vielleicht, weil die Tatsache, Traveller Checks in den Fingern zu halten, erst das wahre Reisefieber aufkommen lässt. Quasi die vorweggenommene Sicherheit, tatsächlich zu verreisen. Und zwar für längere Zeit.
Mein nächster Schritt, so habe ich heroisch entschieden, wird sein, mir einen Stromadapter zu beschaffen. Wenngleich in völliger Unkenntnis darüber, ob ich Strom überhaupt vonnöten haben werde, denn auf einen Reisefön kann ich verzichten, und die üblichen elektronischen Gadgets vermutlich nicht brauchen. Dabei reise ich in kein Entwicklungsland (wäre dem so, hätte ich vermutlich weit weniger Schwierigkeiten, ein Mobiltelefon und einen Internetanschluss zu bekommen). Meine Destination ist prä-hip und zensurbeladen, wie Kuba, nur kälter.
Ich verschwinde für ein halbes Jahr. Nach China, zwecks „Cultural Exchange“ (so heisst es im Programm). Zumindest habe ich das vor...
Aber ich habe ganz vergessen, dass News von gestern keine sind. Also überlasse ich Sie den wirklich Neuesten News und belästige Sie nicht länger.


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