2007-12-28

Das war's

Von sowas @ 10:49 [ Kram ]
Soseli, die Geschenke sind umgetauscht, das Altpapier weggebracht. Kommen wir wieder zu etwas ganz Banalem: Nämlich zum Schluss.
Es ist soweit, ein halbes Jahr ist um, und mein Bloggerlatein am Ende. Ich hab geschrieben, was ich zu schreiben habe, kommentiert was ich kommentierbar fand, geblödelt, gefachsimpelt, gedichtet...
Klar, chönnt i no viu blöder tue. Noch mehr spitzeln, witzeln, tippen und flippen, plappern und klappern. Aber es wär nichts Neues. Das Selbe in Grün. Nuancierungen, Differenzierungen von bereits Festgehaltenem und aufwärmen liegt mir nicht. Das Leben strotzt schon so von Repetitionen und Widerkäuungen, da muss ich nicht auch noch mitmischen.
Darum, und weil ich jetzt halt doch für längere Zeit ins Ausland gehe (hat also doch noch geklappt), höre ich mit dem Bloggen auf. Nicht jedoch ohne einen kleinen (Halb-)Jahresrückblick zu machen, so wie es die IN-Listen der Zeitschriften gebieten *grins*:

  • Ich habe ein Visum und eine Zulassung als "Kulturaustäuschler" für China in der Tasche, samt Impfausweis, Stromadaptern und Flugticket nach und ab Beijing (was soviel heisst, wie Nordstadt - trara, bin ich gut drauf in Chinesisch!), zwischenzeitlicher Aufenthalt weiterhin unbekannt.

  • Die Weltlage bleibt ungebrochen unerfreulich (vor allem nach dem Mord an Frau Bhutto), die (B)Innenpolitik, auch wenn nach den Wahlen scheineifrig herumpolemisiert wurde, weiterhin gähnoman (oder glaubt jemand wirlich daran, dass sich in unserem Land irgend etwas ändern wird? Eben) und das lokale Baustellenchaos feiert fröhliche Urständ.

  • Nachbar’s Dach ziert immer noch ein roter Besenstiel (es hat Dutzende von Einsprachen gegeben *hämischgrins*), Spencer’s Bilder sind immer noch nicht erschienen (ich zeig meinen blanken Body nur noch gegen blinkende Münze!), meine Website ist fertig (schon lang, aber zum Beladen bin ich noch nicht gekommen) und Spiderman tot (ich fand ihn beim Kellerausmisten, mit zerknüllten Beinen vertrocknet auf dem Rücken liegen *schluchz*).

  • Kinder werden immer noch munter umgebracht, die Erleuchtung habe ich nicht gefunden, jedoch etwas, das man nicht kaufen kann: Würde.

My life is a sketchbook.

Und ich sage lautlos (aber nicht leise) "Servus"
Oder, wie der Chinese sagt: "zài jiàn"

sag zum Abschied leise...
  • Wärmste Altjahresgrüsse, Eure sowas

2007-12-08

Neulich, im Gestühl

Von sowas @ 10:59 [ Das Projekt ]
Ich war mal wieder beim Frisör. Und deshalb - Coiffeurlektüre und Haarfärbemittel sei Dank - extrem up to date, was zur Zeit angesagt ist. Seit ich meine Haare regelmässig färben lasse (ja, 4 von 5 Frauen färben - färben Sie die Ihre auch?! Taam-taram-tamm...) geschieht es mir immer seltener, dass ich bei den IN/OUT-Listen in der Spalte OUT Sachen entdecke, von denen ich gar nicht wusste, dass sie IN waren... (so 4 von 5 Mal, vielleicht). Nun also: Weihnachtsgeschenke sind extrem angesagt.

Eine Auswahl aus drei hier nicht näher bezeichneten (aber gegen einen bescheidenen Unkostenbeitrag auf mein Bankkonto gerne bekannt gegebenen) Zeitschriften sieht etwa so aus (in absteigender Häufigkeit des Genanntseins:

SIE für Sie (oder als Wunsch von IHM):
Klamotten, Schmuck, Accessoirs (Handtaschen, Gürtel, etc.), Parfum, Kosmetika, Uhren, Schuhe, Wohnzubehör, Süssigkeiten, Bücher, CDs.

SIE für Ihn:
Edelspielzeug (Golf, Boule), (Edel-)Papeterieware, elektronische Gadgets (Digitalkamera, iPod, GPS), Manschettenknöpfe, Uhren, Bürozubehör, Schuhe, Mütze, CDs, Bücher, Sportgeräte, Parfum, Kravatten, (Akten-)Taschen, Rasierapparat.

ER für sich:
1. Elektronika, 2. Elektronika, 3. Elektronika (DVD, Kamera, Handy, GPS, HiFi + Zubehör, Monitore, Games, MP3, Telekommunikationsgadgets, Beamer, Compi + Zubehör, Videokamera, Roboter, allerhand Ferngesteuertes und/oder Halbautomatisches), 4. Uhren.

BEIDE zum Weiterschenkenken an Besuchsopfer/Einladungstäter:
Wohnzubehör, Küchengerät, (Kapsel-)Kaffemaschinen, Leckereien und Edelalkoholika, Waschzubehör (Edles für’s Bad).

(Die unzähligen Kauf-und-Schenk-Tipps für die lieben Kleinen erspare ich Ihnen.)

Na, immer noch Lust auf’s Feiern?

PS.: Ein kleiner Tipp von sowas, wie Sie das genialste Weihnachtsfest aller Zeiten verbringen: Schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie es damals war, als sie noch klein waren und die Welt gross, und es den Weihnachtsmann noch wirklich gab. Als am Heiligabend immer alles tief verschneit war, die (selbstgebackenen) Guetzli so lecker schmeckten wie sie aussahen, und die (roten) Kerzen am Tannenbaum noch richtig brannten. Als Sie aus knister-glitzerndem Papier das Geschenk schälten, das Sie sich sehnlichst gewünscht, aber niemandem verraten hatten. Als man sich noch getraute, Lieder (selber) zu singen und irgendwer aus der Familie sogar noch ein (echtes) Instrument dazu spielte. Na, immer noch Lust auf’s Einkaufen?

PPS.: Ich warte auf den Frisörbesuch, wo ich in der Zeitschrift *piep* in der OUT-Spalte lese: Weihnachten. Vermutlich färben sich bis dahin 6 von 5 Frauen die Haare.


2007-12-04

Reisevorbeitungen

Von sowas @ 07:38 [ Kram ]
Neuigkeiten? Sie haben recht. Niemand liest sowas, nur alten Käse aufgetischt zu bekommen. Nun. Da liess ich mir gestern also 4 Spritzen unter die Haut jagen, in die Muskeln beider Oberarme, die ich fortan zu bewegen mehr als Mühe hatte. Aber wer braucht schon seine Oberarme, um ins Tram zu steigen und anschliessend mit dem Zug heimzufahren. Ich nicht. Sie?
4 (vier!) Spritzen habe ich gestern verpasst bekommen, um geschützt zu sein gegen Tollwut, Vogelgrippe, Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche und was man sich sonst allerhand Garstiges einfangen kann, wenn man die Nasenspitze über die Landesgrenze streckt. Ich habe vor, sie ganz weit zu strecken, nicht einmal Pinocchio vermöchte mit mir mitzuhalten.
Wie gesagt, ich habe es vor. Denn bestätigt ist noch nichts. Der „letter of invitation“ - zwar seit Wochen versprochen - steht aus, das Visum - wie man mir bestätigt hat - nurmehr reine Formsache, aber eben: Wo nix is, da is nix. Also habe ich angefangen, meine Reisevorbereitungen auf gut Glück zu treffen, und zwar physisch, so dass man’s spürt, dass es weh tut, die fremden Kulturen, unter die Haut sollen sie gehen, und das taten sie auch, die Spritzen.
Wobei gelogen wäre, wenn ich behauptete, die Spritzen seien der Anfang gewesen. Den Anfang machte ich dort, wo die Schweiz ihren Nabel hat: nämlich hinter der Pforte zum Bankgeheimnis. Wo ich eigene in Fremdwährung umtauschen liess, und diese buntbedruckten, verstaubt anmutenden Zettelchen bestellte, die ich vor einem Vierteljahrhundert in irgend einer kykladischen Provinzbank zu wechseln versuchte, vergeblich, denn die Banken waren immer geschlossen, egal wann, und egal wo. Banköffnungszeiten sind noch grausamer und unmenschlicher als Postöffnungszeiten. Aber das ist ein anderes Thema.
Obwohl man mir versichert hat, heutzutage immer und überall mit einer Kreditkarte bezahlen zu können (gesetzt der Fall, man habe die richtige bei sich), liess ich mir die Scheine geben, vielleicht, weil die Tatsache, Traveller Checks in den Fingern zu halten, erst das wahre Reisefieber aufkommen lässt. Quasi die vorweggenommene Sicherheit, tatsächlich zu verreisen. Und zwar für längere Zeit.
Mein nächster Schritt, so habe ich heroisch entschieden, wird sein, mir einen Stromadapter zu beschaffen. Wenngleich in völliger Unkenntnis darüber, ob ich Strom überhaupt vonnöten haben werde, denn auf einen Reisefön kann ich verzichten, und die üblichen elektronischen Gadgets vermutlich nicht brauchen. Dabei reise ich in kein Entwicklungsland (wäre dem so, hätte ich vermutlich weit weniger Schwierigkeiten, ein Mobiltelefon und einen Internetanschluss zu bekommen). Meine Destination ist prä-hip und zensurbeladen, wie Kuba, nur kälter.
Ich verschwinde für ein halbes Jahr. Nach China, zwecks „Cultural Exchange“ (so heisst es im Programm). Zumindest habe ich das vor...
Aber ich habe ganz vergessen, dass News von gestern keine sind. Also überlasse ich Sie den wirklich Neuesten News und belästige Sie nicht länger.

2007-12-03

Talking 2 a virus

Von sowas @ 11:43 [ The Good, the Bad and Boole ]
after a manic morning
a disastrous afternoon
came flying in
giving me its deadly kiss
on the 4head
cold, I feel it
stigmatized
with nothing left
2 brace myself
but the knowledge
that time will wear away
all the wounds
even the ones that aren’t
leaving / leaving
only scars
that aren’t / that aren’t
leaving me / leaving me
with nothing left
but the suffering.

Like an illness, an incurable disease
even without a remedy
2 remove the pain
of unknown extent & uncertain cause
like a virus
art thou / are U
leaving me
with nothing
but -
not even having left me
with -
the knowledge of who
U are / U are
like a virus.

(24.03.05)