2007-08-30

Presseschau

Von sowas @ 07:56 [ Kram ]
Heute habe ich für Sie - exklusiv! - einen Blick in die Presse* geworfen (woher sollten Sie sonst wissen, was los ist?):
  • "Hündchen erbt 12 Mio Dollar, Enkel gehen leer aus" - und da heisst es immer, der Wohlstand der Welt sei ungerecht verteilt.
  • "Atlanta will Baggy Pants verbieten" - weil die permanente Einnahme von Viagra gesundheitsschädigend ist (US-Boys, macht es wie unsere Schwinger: kehrt zu den bewährten Hosenträgern zurück, um das Beinkleid am Abrutschen zu hindern!)
  • "Italienischer Wolf zieht durch das Waadland" - immer dieser Ärger mit den Gastarbeitern.
  • "Die Marzipan-Chläuse kommen" - uff! Ich dachte schon, die Industrie habe Weihnachten dieses Jahr vergessen.
  • "Neben gelben nun auch orange Engel am Werk" - man merkt tatsächlich, dass es Weihnachten wird.
  • "Sterbehilfe bleibt" - das freut nun auch die weissen Engel.
  • Scarlett Johansson glitzert mir als Schminke-Engel entgegen.
  • Der "Kanibale von Wien" macht von seiner Möglichkeit, die Aussage zu verweigern, ausgiebig Gebrauch.
  • "Pilger trinken aus Protest Weihwasser" und ein spanischer Geizhals schmuggelt seine "Familie im Kofferraum" - als gläubiger Geizhals hätte den Eingesperrten Weihwasser zu trinken geben können.
  • "Tomatenweitwurf" - Geschosse vorher mit der Hand zerdrücken, sollte man auch für Bierflaschen, Pflastersteine, etc. einführen.
  • Israelis töten mal wieder ein paar Kinder - damit sie gegenüber den Londonern nicht in den Rückstand geraten.
  • Jamadu wirbt für Kinder, die noch viel vorhaben - z.B. getötet zu werden.
  • "Bund erhöht Vaterschaftsurlaub" - aber nur bei positivem Vaterschaftstest; womit, laut Statistik, ein Drittel der Million wieder einspart werden kann.
  • "Die Migros schleppt jetzt auch Autos ab" - vermutlich, um damit im Ausland Rahm zu produzieren, der in der Schweiz als Billigstbutter verkauft wird.
  • Daneben macht die Migros "Grasduft für Fussballfans" - und für 2011 vermutlich Sägemehlduft für Schwingfans (zum Glück werden in der Schweiz keine professionellen Autorennen durchgeführt…)
  • "Schwellenländer steigen im Hochhausranking auf" - womit nun endlich klar ist, warum sie sie 'aufstrebende Länder' genannt werden (Die Flugzeugterroristen reiben sich schon die Hände)
  • In der Schweiz sehen die Rapper nicht nach Gangsta sondern nach Golfern aus (und die Death-Metaller nach Schwingern ohne Hosenträger).
  • Angelina Jolie zeigt den Flüchtlingen in Nahost, dass man auch im Überfluss erfolgreich hungern kann.
  • Wohingegen die pummelige Fergie sämtliche Kniffe der digitalen Retouchierkunst in Anspruch nehmen muss, um wie eine Pussycat-Doll auszusehen.
  • Madonna ist im Adoptionsrausch, Zart und Bart sollten sich das für sich auch mal überlegen.
  • Die Basler zeigen den Zürchern auch im Türkenland den Stinkefinger (womit bewiesen ist, dass unsere wahren Feinde auch im Ausland die Inländer sind).
  • Die Schweizer Behörden nehmen zum Ausschaffen den Schläger in die Hand - und Pong!
  • Die Chinesen haben hingegen dazugelernt: Repression wird mit niedlichen Manga-Figürchen statt Mao-Konterfeis betrieben.
  • Auf den Markt kommt eine "Fernbedienung für alle Elektrogeräte" - also auch Kühlschrank, Waschmaschine, Autos (zum Einparkieren!), Ehemänner, etc. (Ich warte mit dem Kauf aber noch zu, bis die 'Fernbedienung-für-Alles' auf den Markt kommt - es kann sich nur noch um Monate handeln).
  • Im TV bringen sie Will Smith als Fisch und im Kino Dasübliche von Punk bis Schwank.
  • Wetter gibt es heute keins. Die Seite hatte schon jemand rausgerissen.
  • Meine Lichtblicke (und die Beruhigung, dass es mit Welt doch noch nicht ganz bachab geht): Das Interview mit dem klugen Frank Oz und der 207, aus dem eine jauchzende Kröte springt.

  • * Sie haben's erraten: es war das Gratisblatt 20-Minuten (wozu käuflich erwerben, was auch als Junk-Info der Welt den blanken Spiegel vorhält?)

2007-08-29

Ich und der Wawrschinek

Von sowas @ 07:24 [ Wien ]
Wieder einmal begegnete mir der Wawrschinek.
Triefäugig glummte er mich an und murmelte dazu "Hrnnng'Hfff".
Ich konnte nicht anders als ihm zustimmen.
So geht's mir immer mit dem Wawrschinek.
Weshalb ich ihn meide.

2007-08-28

sowas für Fortgeschrittene

Von sowas @ 07:51 [ Kram ]
Als ich gerade dabei war, den Menüplan von vorvergangener Woche zu schmieden, erreichte mich der ungeschriebene Leserbrief des Herrn G aus W. Er lautete:

"Verehrteste sowas! Ich bin eifriger Nichtleser Ihres Weblogs. Dabei fällt mir auf, dass Sie oft Zwack beleinen, wenn Sie Knotz vergramseln. Das ist schade, denn dadurch kommt es bei Huchsern zu unkonvulsen Frachtungen. Könnten Sie nicht inskünftig etwas mehr Zick verläutern, damit auch die weniger bedingsten LeserInnen einen Michtling erhalten?"
Gezeichnet: Ihr Gero, der Merowinger.

Das Schreiben traf mich mitten in meinen Pudelkern. Umgehend liess ich alles stehen und liegen und begab mich hinter meinen Bloggerator, um des Merowinger's Wunsch in Tat umzusetzen. Doch so sehr ich auch an meiner Tastatur kaute, es kam mir kein zündender Gedanke. Wie sollte ich bloss meine U's in X's verwandeln und jene wiederum in Y's, ohne die nachverdaute Lese vorwärtsrückend niederschrifteln zu müssen?

Ich weiss es auch jetzt nicht. Darum, lieber Gero: Ich bleibe bei meinem Wuseldum. Denn wir alle wissen ja: Hochmacht kommt vor dem Phall.

2007-08-27

Eine Lanze gegen die Hausfrau

Von sowas @ 05:55 [ Kram ]
In periodischen Zyklen (vor allem dann, wenn Geschlechtsgenossinnen das Reizthema durch literarische oder journalistische Beiträge erneut entflammen) wird über den Stellenwert der Berufsgattung "Hausfrau" debattiert. Wobei die Diskussion – bis auf vereinzelte Missionare – seit einer halben Generation eher undramatisch daherkommt, so als periodischer Themeneinheizer oder journalistische Sauregurkenbeilage eben. Im Moment ist es grad ruhig ums Thema (wir haben Flammen im Ausland, Sägemehl im Inland und den Mitzu [Leuenberger], der die Gemüter immer wieder mit skurrilen Einlagen aufheizt – Bloggruss, ganz im Übrigen). Also wärme ICH das Thema auf:
"Die Emanze wirft 'ne Lanze"
Gegen die Hausfrau. Nieder mit ihr! Auf sie, mit Gebrüll (aber bitte nicht zu Zeugungszwecken).

Auch ich habe unlängst noch voller Inbrunst "Hausfrausein ist ein wichtiger, schöner und anspruchsvoller Beruf" gesäuselt. Getrieben von weiblicher Solidari-tü-ta-tät. Denn ich war berufstätig. Auch mit Kindern. Ist es mir kaum in den Sinn gekommen, meinen Sinn im Daheimsein und –bleiben zu sehen. Jene (kurzen) Zeiten zum Wirken in den eigenen vier Wänden verdammt, war ich eine Landplage für meine Mitbewohnenden. Das ging soweit, dass sich mein selbstgebastelter Lieblingsschweizer mit drei Jahren eigenhändig in seine Windjacke quälte, sich mitsamt Regenstiefeln und Znünitäschli (gefüllt mit einem angebissenem Honigbrot) vor die Wohnungstüre stellte und "Ich will zurück in die Krippe!" zeterte.

Ich war Hausfrau. Ich war ein nervliches Wrack. Ich hatte nichts zu tun, ausser mich um die Meinen zu kümmern. Ich hatte einen rigorosen Tagesplan:
06:30 Uhr – aufstehen, duschen.
06:50 Uhr – Frühstück machen, essen.
07:05 Uhr – abräumen, abwaschen.
07:30 Uhr – Bettenmachen, aufräumen.
08:15 Uhr – Hauskram erledigen (Wäsche etc.), Essensmenü wählen.
09:30 Uhr – Einkaufen.
10:30 Uhr – Mit Kind spielen und Nachbarinnen quatschen.
11:30 Uhr – Kochen.
12:00 Uhr – Essen.
12:30 Uhr – abräumen, abwaschen, Kind hinlegen.
13:15 Uhr – Zeit zur freien Verfügung *haha*
13:45 Uhr – Kind anziehen, nach draussen gehen.
15:45 Uhr – Heimkommen, Kind vor's Spielzeug setzen, Administrativkram erledigen.
16:15 Uhr – Bekannte/Verwandte besuchen oder Besuch empfangen.
18:15 Uhr – Abendessen zubereiten.
18:45 Uhr – Essen.
19:15 Uhr – aufräumen, abwaschen.
19:45 Uhr – Kind ins Bett bringen.
20:30 Uhr – Spielsachen wegräumen, restlichen Hauskram erledigen.
21:00 Uhr – Jetzt endlich Zeit für sich haben, aber für alles, ausser Fernsehen, zu müde sein *pfffft*.

Und das tagein, tagaus, ewiggleich mit jahreszeitbedingten Nuancen. Yäch!
Nach einigen Monaten hätte ich mir die Kugel geben können. Statt dessen hatte ich zwei Wochen später einen Job, zunächst 30%, dann 40%. Nach Jahren fand ich einen 80%-Job, den ich nach weiteren vier auf 90% erhöhte. Nie habe ich die Haus(frauen)arbeit (grosse 5-Zimmerwohnung, fernarbeitender Mann, 3 Kinder, 2 Haustiere) effizienter, akkurater und ruhiger erledigt, als zu dieser Zeit. Und ferner: Je leerer mein Arbeitspensum war, umso lästiger wurden mir die Kinder.

Jetzt bin ich wieder "nur" Hausfrau. Freiwillig. Und kann bloss wiederholen: Das Hausfrauendasein ist ein stumpfsinniger, repetitiver, neurosenzüchtender und hochgradig deprimierender Job! Und sämtliche Beteuerungen "wiiiie toll und wiiiiie wichtig" er doch sei, sind Lippenbekenntnisse jener, die es gern sauber, aufgetischt, und kinderversorgt haben. Also all jenen, die NICHT Hausfrau sind.

Darum, Weiber, hört auf sowas: Los, raus aus der Bude! Rein in die Welt! SCHNAPPT SIE EUCH!

(PS: der Ehrlichkeit halber sei angefügt, dass ich es mit dem Job übertrieb, und mich in einer gutbezahlten aber undankbaren Dreifach-Vollzeit-Kaderposition verheizt habe – aber auch aus einem Burnout kann man lernen. Sogar sowas *grins*)

2007-08-26

Von X, U und falschen Nummern

Von sowas @ 11:54 [ Kram ]
Gut, hier nun der Grund meines Ärgers. Die volle Wahrheit in epischer Breite. Fing damit an, dass ich mit meinem Kraftfahrzeug bei Dunkelgelb rechtsabbog, was von meinem Lieblingsfeind natürlich umgehend registriert und peinlich genau abgelichtet wurde. Hätte ich's gewusst, hätte ich mir vorher die Haare zurechtgemacht oder eine andere Sonnenbrille angezogen, die blaugetönte sah auf dem Foto bescheuert blassgrau aus, wie eine Schleiereule kam ich daher, fuhr, bessergesagt, und zwar falsch, da zu spät. Hämisch knipste mich mein automatischer Widersacher und übergab mich als visuelle Beute der zuständigen Ordnungsbehörde. Welche mir flugs und wortkarg eine Rechnung wegen "Nichtbeachtung eines Lichtsignals, begangen dannunddann, dortunddort, Busse soundso" zustellte. Okay, dachte ich. So sind die Spielregeln. Wie weiland in der Schule: wer sich erwischen lässt, ist selber schuld. Als sportliche Verliererin beglich ich meine Wettschuld und erachtete die Sache als erledigt.

Um umso basser erstaunt zu sein, als mir zwei Monate später das zweimal klingelnde Faktotum einen gelben Umschlag tituliert mit "Gerichtsurkunde" überreichte. Adressiert an MICH! (und nicht etwa ein einen meiner chronisch renitenten Mitbewohner). Noch im Treppenhaus riss ich ihn auf, um, immer noch im Treppenhaus, einen Empörungsschrei auszustossen, der sämtliche zwei- bis achtbeinigen Mitbewohner zusammenzucken und in ihre heimischen Ecken sausen liess. Ein Strafmandat! Lautend auf besagte Busse inklusive zusätzlich aufgebrummter Verwaltungskosten. Ohne Mahnung, ohne Vorwarnung, in amtlich brüskem Ton, triefend vor Jurismus, für ein von mir bereits beglichenes Verkehrsdelikt. Das ist bürokratische Nötigung! wetterte mein Bauchverstand. Vermutlich ein Missverständnis, räsonierte mein Hirn. Jeder darf mal Fehler machen, auch die Behörde.
Also milde gestimmt griff ich, nach Hervorklauben der bezeugenden Akten, zum Telefonhörer und flöte der Dame, an die ich nach Fünfmalweiterverbundenwerden, Dreimalwarteschlaufendrehen und Zweimalkaffeepausenabwarten, schliesslich gelangte, und die sich mürrisch mit "Buessezäntrale, Hugetobler" meldete, verständnisvoll ihren Irrtum ins Ohr. Frau Hugentobler* verstummte für fünf Sekunden. Dann blaffte sie mir "Da isch abr nüüt inecho" entgegen.
Wie bitte? Aber ich habe doch bezahlt, hier, bitte, der Bankauszug vermeldet die fügliche Überweisung meines e-Banking-Auftrags vom… "Bi üs isch nüüt inecho!" wiederholte Frau Hugentobler stur. Ähm, ja, und jetzt? Wollte ich wissen. Wieder schwieg Frau Hugentobler, wohl um mir zu verdeutlichen, dass das Nichthereinkommen meines Geldes nicht IHR, sondern MEIN Problem sei. "De müesst dr das mit öiere Bank kläre u en Yschprach mache" lautete schliesslich ihr Maximum an Hilfsbereitschaft. Yschprach! 10 Tage! Schriftlich! Eingeschrieben! Das Maximum an Bürokratie. "Hören Sie" sagte ich, meine Flöte gegen eine scharfe Bratsche tauschend "Ich HABE bezahlt. Die Rechnung wurde vom System angenommen. Hätte ich etwas falsch gemacht, dann hätte ich eine Fehlermeldung erhalten, oder?" In Gedanken verfasste ich bereits eine Streitschrift ans zuständige Amt, da mir klar wurde, dass ich an Bastion Hugentobler nicht vorbeikomme. "Meer hei äbe anonümi Nummere" erklärte mir die Bastion in herbem Ton "meer xeh amix need, vo wäm das Gäud chunnt. Wes uf die fauschi Nummere yzaut isch, heimer kei Mäudig."
"Heisst das" stammelte ich perplex "Sie könnten das Geld erhalten haben, aber es wurde – falls ich mich vertippt habe – meiner Busse nicht gutgeschrieben?" "Dasch möglech, ja" konzedierte Hugentobler. "Aber dann ist ja alles in Ordnung!" frohlockte ich "Dann können Sie ja einfach nachschauen, wo es 'zuviel' Geld hat, und dies…" "Nei, das chöimer need. Wäge Dateschutz. Deer müesst en Yschprach mache." Mir verschlug's den Atem! Da sackt die Bussenzentrale, deren Kerngeschäft immerhin das Einziehen von Geldern ist, meinen Stutz ein und verlocht ihn, weil sie ein unzulängliches System hat, einfach irgendwo. Gelangt etwas nicht ins richtige Loch, etwa, weil man sich beim Eingeben eines 25-stelligen Codes vertippt (was bei jeder Ortskrankenkasse, jedem Küngelizüchterverein, jeder Ticketverkaufsbude nicht passieren kann), so stellt sie dreist und mahnungslos ein Strafmandat inklusive Gebühren aus. So eine Frechheit! Mein Stimmregister schlug auf schrille Klarinette um, Frau Hugentobler und ich knallten synchron die Hörer auf die Gabel.

Meiner Seelenruhe beraubt, erkundige ich mich bei meiner Bank nach dem Zielort der Zahlung. Nach einer dreiviertelstündigen Odyssee durch Hotlines, Nümmerliwählen, Im-Moment-sind-alle-unsere-Mitarbeitenden-besetzt, Warenhausweichspülwarteschlaufenmusik, Entnervt-auflegen-und-den-Abwart-des-Bankgebäudes-anrufen (mein Schleichweg, wenn's ums wirkungsvolle Kontaktieren von Kontobetreuern geht), wurde ich schliesslich mit Herrn Zumbühel* verbunden.
Herr Zumbühel war nett. In breitem solodurnerisch erklärte er mir, mir nicht helfen zu können. Er sah bloss, dass etwas bezahlt wurde und zwar an die richtige Adresse. Wohin das Geld letztlich geflossen sei, könne er nicht sagen. Hierzu müsse er einen Nachforschungsauftrag eingeben, dessen Resultate in etwa 10 bis 14 Tagen vorlägen. Eher länger, wenn man "über die Post kehren" müsse. Denn wenn die Post ins Spiel käme, dauerte es immer länger. Ich verdrehte die Augen. Oh, die Post. Von jener könnte ich auch ein Liedlein singen. Und zwar in mehreren Strophen. Mehrstimmig. Verzweifelt wies ich auf die mir im Nacken hockende Yschprachefrischt hin. Herr Zumbühel brummte besänftigend, er würde mir eine Zahlungsbescheinigung ausstellen. Falls dies nicht ausreichte, sollte ich es melden. Frustriert liessen wir synchron die Hörer auf die Gabeln plumpsen.

Ich lavierte zwischen Den-ganzen-Karsumpel-in-einem-verspäteten-Augustfeuer-aufgehen-lassen, Mich-Kohlhaas'sch-telefonisch-und-elektronisch-durch-die-Verwaltung-kreischen und Schwamm-drüber-und-den-Rest-des-Tages-geniessen hin und her. Letztlich siegte die Vernunft.
Zwei Tage später hatte ich den Bankzettel im Briefkasten. Ein Blick auf die dort vermerkte Referenznummer genügte: Statt einer 3 eine 2! Ich verfasste meine Schreiben, füllte Formulare aus, kopierte, bezeugte, belegte, beschriftete, tingelte auf die Post (deren Schalteröffnungzeiten für mich, da ich ja jetzt Hausfrau bin, ausnahmsweise keine chrono-logistischen Probleme darstellen) und schickte den Kram ab. Versehen mit einem geharnischten Beschwerdebrief an den zuständigen Amtsdirektor sowie den Ombudsmann.
Denn – pikantes Detail am Rande – es war mein zweites, gleichlautendes Strafmandat in diesem Jahr! Im Frühling nämlich blochte mein angetrauter Lieblingsschweizer mit dem auf meinen Namen registrierten Familienhobel sagenhafte 2kmh zu schnell. Meine Feinde sind auch die seinen – unerbittlich. Als guter Verlierer bezahlte er seine Busse pünktlich. An die falsche Nummer.

Der städtischen Verwaltung kann man leicht ein X für ein U vormachen. Sie haut's dir einfach ungschaut zurück um die Ohren. Zuzüglich Verwaltungskosten…

*Namen aus Rücksicht auf die zitierten Personen geändert

2007-08-24

Ärger (versüsst)

Von sowas @ 07:23 [ Das Projekt ]
Sowas ist beschäftigt. Mit ärgerlichem Zeug. Fast so ärgerlich wie Steuernzahlen. Wobei dies nach neuesten Erkenntnissen ja Glücksgefühle auslösen soll. Aber ich halte das für bezahlte Schleichwerbung der öffentlichen (hohlen) Hand. Wenn ich mit Ärgern fertig bin, erzähle ich Ihnen gern den Grund meines Grolls *grrrrr*.

Wenigstens ist das Zeichen hübsch geworden.

Lichtblick

2007-08-23

In fremden Gärten

Von sowas @ 09:35 [ Wien ]
Die Russen stellen unter der Arktis eine Fahne auf und sowas weidet in baeh's Bloggründen *muh*
;-D

Alle meine Schäflein...

2007-08-22

123 - Das dargeschmissene Handy

Von sowas @ 07:07 [ Kram ]
Hmm, auf des Nachbarn Dach tummelt sich seit Kurzem nicht mehr BB's behaarte Lieblingsschweizerin, sondern… eine Stange! *Oha* Sie ist unten weiss, oben rot, ziemlich lang, und verheisst nichts Gutes. Denn Nachbar's Dächle soll in Bälde eine dicke UMTS-Antenne zieren. Nötig wäre sie nicht, die Abdeckung in der Gegend ist ausreichend, aber schneller-besser-leistungsstärker ist eben schneller-besser-leistungsstärker und das Aufstellen einer Antenne leichtverdientes Geld. Noch zumal der Nachbar gar nicht unter selbigem Dach haust, sondern weit weg. Den Schutz seines Dachs hält er gegen Geld für Dritte feil, man nennt sie Mieter und sie sind von Amtes wegen nicht-einspracheberechtigt, denn sie können ja wegziehen, wenn ihnen nicht passt, dass auf den Ziegeln über ihren Köpfen statt der Katze die Kurzwelle schnurrt. So macht der abwesende Nachbar mit seinem Dach *pimp-my-roof-pling-pling* gleich zweimal den Reibach, einmal unten und einmal oben. Wir wohnen daneben und fühlen uns auch so. Ich glotz auf mein Handy und denke: wenn ich jetzt ganz gut ziele (beim Schlagball-Werfen war ich nie schlecht) könnte ich damit *eins-zwei-drei* die Markierungsstange abschiessen. Aber sowas tut man nicht. Oder?

Pimp my roof

2007-08-21

Back to Blog

Von sowas @ 08:44 [ Kram ]
Also, sowas ist wieder da, angezogen, nicht erkältet (!!), und freut sich über zwei Dinge:

Erstens, dass endlich Barbie's innere Werte erkannt werden!
(und sei es lediglich deshalb, weil An-ihrem-Bein-lutschen zu Vergiftungserscheinungen führen kann)

Zweitens, dass der Chrigu das Herz am rechten Fleck hat...
(wir wünschen ihm einen guten Lupf!)

Hosenherz

2007-08-19

Die wahre Nacktheit

Von sowas @ 11:55 [ Kram ]
Nun, dann war ich also auch eine von 600 Nackerten, die gestern zu Spencer's hysterischem Gebrüll halb belustigt, halb verwirrt posiert haben. An drei "Installationsorten", vier mal an- und ausziehen, am Schluss hätten wir's sogar ins Guinnessrekordbuch geschafft, so fix waren wir im Raus-aus-den-und-wieder-rein-in-die-Klamotten. Haben uns angegrinst und wohlwollende Witze gemurmelt, denn laut reden durften wir nicht, das durfte nur ER, der Zeremonienmeister auf der unter seinem Gewicht bedrohlich schwankenden Aluleiter; oftmals wünschten wir, er hätte lauter gesprochen, hätten die Helfershelfer mehr und leistungsstärkere Megafone organisiert, und IHM, dem Fotogöttlichen, eine andere Übersetzungshilfe zur Seite gestellt (sofern es denn wirklich eine gebraucht hätte) als die hilflose Kreischmaus, die wie ein verrupfter Cherubim in schrill-blechernem Ton durchs Megafon bis zur Unkenntlichkeit rückgekoppelte, deusch/französische Verstümmelungen SEINER Anordnungen zu übermitteln versuchte. Spencer's rührend verzweifelte Genervtheit, als sich drei arglose Wanderer unvermutet in seine Installation verirrten und ihn zu einem desperat geheultem "It's gonna take them ten fucking Minutes to get out of my picture – FUCK!! Make'em RUN! GO, GO, GO!!" Und wir Statisten – nackert, hungrig, frierend und teilweise blutverschmiert (Gletscherfirn ist scharfkantig wie Glas) seitlich auf einer winzigen Filzmatte und einem Paar Viersternhotel-Frotteeschlappen im Schlick liegend (Gletschereis wird von einer Schicht dunkelbraunem Geröllstaub bedeckt; nachher sahen wir alle aus, als hätten wir uns im Schlamm des höchstgelegenen Open-Air's gewälzt) – wir, die verbliebenen 200 der letzten Installation, grölten unisono "GO-GO-GO-GOOOOOO!!!" und johlten dazu, wie gesagt, dreckig, nackt, verschmiert auf dem Boden des schmelzenden Eises der Ewigkeit, 2'350 Meter über dem Meer und ein Vielfaches unter dem Himmel. Ein absolut geniales Gefühl!
Die Nacktheit an sich war nur vorher ein Problem. Während der Anreise, wo verstohlene Blicke nach links und rechts zuckten, im Zweitklasswagen der SBB: Wer hier kommt auch? Macht dieser mit oder jene dort? Der in den grünen Wanderhosen, die im buntgeringelten Selbstgestrickten? Der bärtige Studi? Die hesselesende Weltverbesserin? Der braungebrannte Oberstufenlehrer? Eine vierstündige Gletscherwanderung hatte man uns im Infoblatt angedroht – es sollte nur kommen, wer sich fit genug fühlte. Gehörten also die wettergegerbten Durchtrainierten dort hinten mit Seil, Helm und Eispickel auch dazu? Und wenn ja, wie sähen sie aus ohne. Seil, Helm, Eispickel. Hemdchen und Höschen. Behielten sie ihre Klettergurte an, liessen die Eisschrauben baumeln?
Niemand behielt nichts an. Kein Kleidungsstück, kein Schmuck, kein Haargummeli. Und wer sein Tattoo nicht rasch genug bedeckte, wurde von Spencer aus dem Bild gebrüllt (glücklicherweise konnte sowas das ihrige am Fussgelenk diskret verbergen – dafür wurde sie in der ersten Installation wegen unzulässiger Bikinistreifen nach hinten gejagt "Hey, you, lady! Go back! Your tanline is too bad." *Öhm* ich war mir gar nicht bewusst, einen Bikinistreifen zu haben!).
Alle waren dabei! Alle, im Zug. Der Lehrer, die Hausfrau, der Studi, das rüstige Pensionistenpaar, die jugendliche Dramaqueen. Zückten nach und nach das "Model-release"-Formular und bezeugten dadurch ihre beabsichtigte Teilnahme. Nur sowas hielt sich bedeckt und guckte scheel. Sollten doch alle denken, die Frau im Roten mache eine eigenwillige Gletscherwanderung – ganz für sich allein, und selbstverständlich verhüllt. Sogar mit Kopftuch, jeden muslimischen Imam hätte es entzückt.
Das Outing erfolgte schliesslich in Betten, bei der Überreichung des "Stigmas" in Form eines hellgrünen Schlüsselbändels, den wir fortan zu tragen hatten, bis Spencer uns dessen Ablegen befahl. "Am grünen Bändeli sollt ihr sie erkennen" Und wie! Alle trugen das leuchtende Band. Der Bäckermeister, die Krippenleiterin, die tuschelnde Tussi, sogar ein waschechter Soldat. Trug grün zu Grün – es machte sich nicht schlecht.
Derart getarnt marschierten wir im Gänsemarsch zur ersten Installation. Angezogen. Nur zwei voreilige Zwangsnudisten blüttelten bereits bei der Bergstation. Spencer verbot ihnen das Mitmachen "Es geht hier nicht um euch, es geht um das Projekt" rügte er, entlarvend. Also geläutert liessen wir erst auf seinen Befehl hin die Hüllen fallen. Und Nüchternheit stellte sich ein. Aha. So geht das. Und so sehen wir aus. Stinknormal. Alle. Unserer Ego- und Statussymbolisierung durch Kleidung, Frisur, Schminke und Schmuck beraubt, wurden wir alle zu ganz normalen, "wahrhaften" Menschen. Zu Du's und Ich's. Wahrhaft nackt und unverstellt. Redet man miteinander, grinst sich an, reisst Witze über den hyperventilierenden Künstler, der rotgesichtig den Wolken zürnt, die sein Werk bedrohen.
Ach ja, der Gletscher. Den's in 80 Jahren nicht mehr geben soll (sowas tippt auf 79, weil so viele nackte Leiber garantiert etwas zur Schmelzbeschleunigung beitragen). Zwei Drittel sollen mitgemacht haben, weil ihnen die Natur so sehr am Herzen liegt. Ich halte das für Rübenquatsch. Wer Klimaschutz betreiben will, muss das zuhause tun und nicht auf einem Gletscher. Meiner Meinung nach waren die meisten wegen dem Happening da, so wie ich, und nicht wegen ihrem Umweltgewissen. Aber der offiziell "gute Zweck" gab einem einen hehren und noblen Grund zum Mitzumachen. Gelohnt hat es sich alleweil.

Fotografieren hätte man nicht dürfen (nur ER – und die Presse *grins*). Darum zeige ich Ihnen auch KEINE Fotos! (Was Sie sehen, ist reine Illusion und Ähnlichkeiten mit realen Personen sind Hirngespinnste ;-) )

Die Stunde der Wahrheit
Die Stunde der Wahrheit

Am grünen Bändeli sollt ihr sie erkennen
Am grünen Bändeli sollt ihr sie erkennen

Der Meister befiehlt (mit Megafon)
Der Meister befiehlt (mit Megafon)

Fotografieren verboten!
Fotografieren verboten!

Die Stunde der Nacktheit
Die Stunde der Nacktheit

Souvenirs
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