2007-07-31
Röhrend
Giezi will ‘ne zweite Röhre
sowas röhrt mit

2007-07-30
Mogelpackung
Also, zunächst einmal ein grosses, reumütiges "S-o-r-r-y" *knirsch* an alle Männer, die ihr inneres Kind anders ausleben, als mit Kriegsspielzeug (der Meinige wies mich energisch darauf hin, dass es solche zuhauf gibt).
Sodann wollte ich Ihnen eigentlich ja von der "Mogelpackung Outdoorcomputer" erzählen: Sie alle kennen ja sicherlich die lustigen Reklamen, wo man fröhliche – zumeist junge - dynamische, sportlich-leger gekleidete Menschen sieht, die sich vergnügt im Gras (oder auf einer Holzbank, am Seeufer, vor der Almhütte, etc.) tummeln, einen PC auf dem Schoss, in dessen Monitor sie beglückt blicken, als sähen sie die Liebsten der Welt. Fein, ich auch.
Allerdings muss ich etwas fürchterlich falsch machen. Denn wenn ich outdoor auf meinen Monitor schau, sehe ich zunächst einmal gar nichts. Wenn ich dann blinzle und die Leuchtkraft meines Bildschirms auf Vollgas stelle – ist meine Batterie schneller unten, als ich die Bildli erkennen und Buchstäblein entziffern kann. Also, ab in den Schatten. Wenn’s Wasser in der Nähe hat (am Seeufer beispielsweise), nützt allerdings auch das nicht viel. Also ab, ins Haus, Türe zu, Rolläden runter.
Falls die Sonne draussen nicht scheint – soll ja vorkommen – und es ausnahmsweise auch nicht regnet (kommt vor, echt, hab’s selber erlebt!), dann streut einem der Wind Staub und Pollen über die Tastatur, als wär Petrus der Zuckerbäcker und dein PC sein Geburtstagskuchen. Die Tasten fangen an zu knirschen und du weisst: Entweder Reinigung subito oder Reparatur später. Also, nichts wie rein in die Bude und Fenster zu.
Wenn es – Achtung, Wahrscheinlichkeit < 1:1 Mio – draussen bedeckt ist, regen- und windlos, nicht zu schwül und nicht zu kühl, also optimale Bedingungen für den Outdoor-Computer, dann ist deine Batterie spätestens in 30 Minuten unten, denn die Akkus (sofern man keine Power-Ersatz-Batterie im Gepäck hat) halten auf die Sekunde genau die Garantiefrist der Hersteller ein. Danach machen sie schlapp, Sollbruchstelle, Amen-im-Gebet. Also: ab in die Hütte, hin zur nächsten Steckdose, rein mit dem Ding und weitertippen.
Falls, aber also wirklich nur falls (!), Wind und Wetter stimmen und die Batterie auch, kriegst du spätestens nach 40 Minuten von der Hitze des Laptops Blasen auf den Oberschenkeln. Brandwunden des x-Grades (oder Dan oder Rang oder wie immer das auf der Richterskala heisst…). Huch, weg mit dem Ding. Schnell, auf eine feuerfeste, stabile Unterlage stellen, am besten ein Pult. Drinnen im Zimmer.
Mein Fazit nach unzähligen Feldversuchen: Das Abenteuer Outdoor-Compi ist eine Mogelpackung! Sieht nett aus, ist aber soviel wert, wie die Versprechen der Spammer zu Geldgewinn, Gewichtsverlust, Busenvergrösserung, Penisverlängerung, etc.
Ich jedenfalls sitz jetzt wieder drin mit meinem Laptop, angenehm, nicht zu kühl, nicht zu warm, genügend Strom aus der Dose, schau raus, sehe altvertraut-grauen Himmel und denke: Wenn ich das nächste Mal nach Outdoor geh, dann sicher ohne Computer!
2007-07-29
Sowas an einem Sonntag!
Guten Sonntag mitenand.
Eigentlich wollte ich ja über etwas anderes bloggen, nämlich über... (verrat ich nicht), aber dann stiess ich beim Aufrufen meines netten Webdienstes unter der Rubrik "Marktplatz" auf folgende Reklame:
Was sehen wir da? Den schnuggeligen Panzer Leo, jööö-Faktor 10, für schlappe 99 kommanull Fränkli. Ein Schnäppchen, für das Kind im Manne.
Wie bitte? Lese ich richtig?
FÜR? DAS? KIND? IM? MANNE??
Dann "sändelen" all die Kriegsgurgeln und Killersoldaten also nur?!
Dann sind der Irak, Pakistan, Kongo, Somalia, der Nahe Osten, Kolumbien, Korea… alle Kriegs- und Krisenherde der Welt nichts weiter als Ergotherapie für infantile Männer?
War der Krieg auf dem Balkan bloss ein übermütiger Bubenstreich und das Gemetzel in Ruanda einfach nur ein lustiges Spiel!
Aha.
Erklären Sie – liebe JamoTrade-Leute - das doch bitte mal den Toten.
(Vielleicht haben die ja Verständnis, wer weiss? Vielleicht spielt man im Himmel ja auch mit Panzer Leo. Oder Granate Emma, oder A-Bombe Enola Gay…)
Mit zornigem Gruss, sowas!
2007-07-28
L’espace du vide
(Helen :)
Au bout de mes doigts...
il n'y a pas de mots.
Il n'y a rien
que le vide
qui attend, que les bouts de mes doigts le réveillent,
sa réalité à lui, qui n'est pas la notre,
et qu'on ne changera pas.
C'est la loi du vide.
On ne saurait jamais.
Ce qui est de l'autre coté de nos doigts,
les yeux fermés.
(Yahkov :)
Les mots ne remplissent pas le vide,
ils parlent de celui qui les emploie ...
de celui qui ferme les yeux aussi.
Le vide est un espace,
qui fait peur,
qui doit être respecté,
qui fait vivre si on le respecte,
qu'on apprivoise si on le caresse,
un espace de vérité,
une réalité
et on ne change jamais une réalité,
ni la sienne ni celle du vide
(si elles sont différentes ...),
on ne change pas une réalité,
on construit dessus
... un espace de vide
pour vivre.
(De : « moi, toi et l’ange » - la promenade; ed. inconnu ; 2006/07)

2007-07-27
Bourne’s Philosophy
Nichts macht uns so wütend, wie wenn man unsere Vergangenheit zerstört. Da halten wir es ganz wie Jason Bourne (auch wenn wir sonst nicht wirklich viel mit ihm gemeinsam haben). Deprimiert es uns, oder macht uns rasend, zu erfahren, dass, was wir in Gewissheit glaubten, in Wahrheit gar nicht so war *äätschibätsch*.
Zum Beispiel, dass die Leute, denen wir jahrelang zugejubelt haben, weil sie die Besten, die Schönsten, die Schnellsten sind… immer noch die Besten, die Schönsten und die Schnellsten sind. Aber eben nicht SO, wie wir uns das vorgestellt haben. Der Schnellste auf zwei Rädern ist es nur, weil er sich Wundermittelchen spritzt (wie übrigens auch der der Zweit- bis Zweihundertschnellste, somit ist der Wettkampf ja eigentlich wieder fair). Schlimm!! Und wir haben geglaubt, er führe ALLEINE! (was, wenn jetzt noch, o Graus, herauskommt, dass er heimlich ein Motörli an der Antriebskette montiert hat...?)
Genauso wütend sind wir, wenn herauskommt, dass die Schönste der Schönen heimlich beim Wunderdokter war und sich hat Pölsterli verschieben lassen, von unten nach oben, oder Schiefes begradigen, denn nicht überall kann man Fünfe gerade sein lassen. Aber wir verzeihen ihr eben nicht, der Miss X, wenn sie ihrer Schönheit nachgeholfen hat – Selbst wenn ALLE irgendwie beim Fettabsauger oder Magerpillenverschreiber oder Visagisten oder Coiffeur gewesen sind, und es sogesehen ja dann wieder ein fairer Wettbewerb ist.
Aber wir bleiben stinkesauer, enttäuscht, beleidigt.
Wir stören uns nicht am Mittelinehmen oder Pölsterliverschieben – wir sind ja moderne, tolerante Menschen. Es ist uns piepegal, wenn Fiona Hefti gedopt ist oder Fabian Cancellara zugibt, sich einer Schönheitsoperation unterzogen zu haben. Nein, womit wir Mühe haben, ist UNSERE Vergangenheit. Bestehend aus dem Verlust UNSERER Illusionen.
Geben Sie’s zu: Da drückt der Schuh!
Und deshalb: Augen weg von der Beachvolleyball-WM ! Schauen Sie sie auf keinen Fall. Denn die haben alle Wachstumshormone genommen. Heimlich. Aufm Klo. In Wirklichkeit sind die nämlich viiiiiel kleiner. Wie Sie oder ich. Oder Bourne (1,78 cm).
2007-07-26
Yeah
*seufz*
Lust auf Psychadelik?
Let's go!

2007-07-25
Eiskorn (Trilogie + 1)
Worte sind
wie Samenkörner.
In ihnen schlummert,
was sich erst entfalten kann,
wenn es auf fruchtbaren Boden fällt.
Wenn wir sprechen, dann säen wir:
Hoffnungen und Erwartungen.
Der Boden allein entscheidet,
ob der ausgestreute Samen
eine Wirkung erzielt.
Und wenn ja,
welche.
Verliessen Worte meine Lippen in deine Richtung
und fielen herab wie Samenkörner,
so träfen sie auf gefrorenen Boden.
Prallten ab, hüpften in die Höhe,
plumpsten zurück, rollten herum
und blieben nutzlos liegen,
bis dein Wind sie davontrüge,
den Boden säubernd,
um keine Spuren darin zu hinterlassen.
Weil ich das weiss,
behalte ich sie bei mir.
Meine Worte, meine Samenkörner.
Werden nie
fruchtbaren Boden finden,
wenn sie in deine Richtung fallen.
Selbst wenn ich in den Boden Löcher bohrte
bliebe er gefroren, unfähig,
aufzunehmen.
Und immer wieder ziehe ich mir Schuhe an,
die ich für die deinen halte,
um zu sehen wie es sich darin geht.
Völlig falsch.
Gehe ich.
Mit meiner Annahme.
Denn nicht deine Schuhe sind es, die gehen
sondern deine Füsse.