2007-12-28

Das war's

Von sowas @ 10:49 [ Kram ]
Soseli, die Geschenke sind umgetauscht, das Altpapier weggebracht. Kommen wir wieder zu etwas ganz Banalem: Nämlich zum Schluss.
Es ist soweit, ein halbes Jahr ist um, und mein Bloggerlatein am Ende. Ich hab geschrieben, was ich zu schreiben habe, kommentiert was ich kommentierbar fand, geblödelt, gefachsimpelt, gedichtet...
Klar, chönnt i no viu blöder tue. Noch mehr spitzeln, witzeln, tippen und flippen, plappern und klappern. Aber es wär nichts Neues. Das Selbe in Grün. Nuancierungen, Differenzierungen von bereits Festgehaltenem und aufwärmen liegt mir nicht. Das Leben strotzt schon so von Repetitionen und Widerkäuungen, da muss ich nicht auch noch mitmischen.
Darum, und weil ich jetzt halt doch für längere Zeit ins Ausland gehe (hat also doch noch geklappt), höre ich mit dem Bloggen auf. Nicht jedoch ohne einen kleinen (Halb-)Jahresrückblick zu machen, so wie es die IN-Listen der Zeitschriften gebieten *grins*:

  • Ich habe ein Visum und eine Zulassung als "Kulturaustäuschler" für China in der Tasche, samt Impfausweis, Stromadaptern und Flugticket nach und ab Beijing (was soviel heisst, wie Nordstadt - trara, bin ich gut drauf in Chinesisch!), zwischenzeitlicher Aufenthalt weiterhin unbekannt.

  • Die Weltlage bleibt ungebrochen unerfreulich (vor allem nach dem Mord an Frau Bhutto), die (B)Innenpolitik, auch wenn nach den Wahlen scheineifrig herumpolemisiert wurde, weiterhin gähnoman (oder glaubt jemand wirlich daran, dass sich in unserem Land irgend etwas ändern wird? Eben) und das lokale Baustellenchaos feiert fröhliche Urständ.

  • Nachbar’s Dach ziert immer noch ein roter Besenstiel (es hat Dutzende von Einsprachen gegeben *hämischgrins*), Spencer’s Bilder sind immer noch nicht erschienen (ich zeig meinen blanken Body nur noch gegen blinkende Münze!), meine Website ist fertig (schon lang, aber zum Beladen bin ich noch nicht gekommen) und Spiderman tot (ich fand ihn beim Kellerausmisten, mit zerknüllten Beinen vertrocknet auf dem Rücken liegen *schluchz*).

  • Kinder werden immer noch munter umgebracht, die Erleuchtung habe ich nicht gefunden, jedoch etwas, das man nicht kaufen kann: Würde.

My life is a sketchbook.

Und ich sage lautlos (aber nicht leise) "Servus"
Oder, wie der Chinese sagt: "zài jiàn"

sag zum Abschied leise...
  • Wärmste Altjahresgrüsse, Eure sowas

2007-12-08

Neulich, im Gestühl

Von sowas @ 10:59 [ Das Projekt ]
Ich war mal wieder beim Frisör. Und deshalb - Coiffeurlektüre und Haarfärbemittel sei Dank - extrem up to date, was zur Zeit angesagt ist. Seit ich meine Haare regelmässig färben lasse (ja, 4 von 5 Frauen färben - färben Sie die Ihre auch?! Taam-taram-tamm...) geschieht es mir immer seltener, dass ich bei den IN/OUT-Listen in der Spalte OUT Sachen entdecke, von denen ich gar nicht wusste, dass sie IN waren... (so 4 von 5 Mal, vielleicht). Nun also: Weihnachtsgeschenke sind extrem angesagt.

Eine Auswahl aus drei hier nicht näher bezeichneten (aber gegen einen bescheidenen Unkostenbeitrag auf mein Bankkonto gerne bekannt gegebenen) Zeitschriften sieht etwa so aus (in absteigender Häufigkeit des Genanntseins:

SIE für Sie (oder als Wunsch von IHM):
Klamotten, Schmuck, Accessoirs (Handtaschen, Gürtel, etc.), Parfum, Kosmetika, Uhren, Schuhe, Wohnzubehör, Süssigkeiten, Bücher, CDs.

SIE für Ihn:
Edelspielzeug (Golf, Boule), (Edel-)Papeterieware, elektronische Gadgets (Digitalkamera, iPod, GPS), Manschettenknöpfe, Uhren, Bürozubehör, Schuhe, Mütze, CDs, Bücher, Sportgeräte, Parfum, Kravatten, (Akten-)Taschen, Rasierapparat.

ER für sich:
1. Elektronika, 2. Elektronika, 3. Elektronika (DVD, Kamera, Handy, GPS, HiFi + Zubehör, Monitore, Games, MP3, Telekommunikationsgadgets, Beamer, Compi + Zubehör, Videokamera, Roboter, allerhand Ferngesteuertes und/oder Halbautomatisches), 4. Uhren.

BEIDE zum Weiterschenkenken an Besuchsopfer/Einladungstäter:
Wohnzubehör, Küchengerät, (Kapsel-)Kaffemaschinen, Leckereien und Edelalkoholika, Waschzubehör (Edles für’s Bad).

(Die unzähligen Kauf-und-Schenk-Tipps für die lieben Kleinen erspare ich Ihnen.)

Na, immer noch Lust auf’s Feiern?

PS.: Ein kleiner Tipp von sowas, wie Sie das genialste Weihnachtsfest aller Zeiten verbringen: Schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie es damals war, als sie noch klein waren und die Welt gross, und es den Weihnachtsmann noch wirklich gab. Als am Heiligabend immer alles tief verschneit war, die (selbstgebackenen) Guetzli so lecker schmeckten wie sie aussahen, und die (roten) Kerzen am Tannenbaum noch richtig brannten. Als Sie aus knister-glitzerndem Papier das Geschenk schälten, das Sie sich sehnlichst gewünscht, aber niemandem verraten hatten. Als man sich noch getraute, Lieder (selber) zu singen und irgendwer aus der Familie sogar noch ein (echtes) Instrument dazu spielte. Na, immer noch Lust auf’s Einkaufen?

PPS.: Ich warte auf den Frisörbesuch, wo ich in der Zeitschrift *piep* in der OUT-Spalte lese: Weihnachten. Vermutlich färben sich bis dahin 6 von 5 Frauen die Haare.


2007-12-04

Reisevorbeitungen

Von sowas @ 07:38 [ Kram ]
Neuigkeiten? Sie haben recht. Niemand liest sowas, nur alten Käse aufgetischt zu bekommen. Nun. Da liess ich mir gestern also 4 Spritzen unter die Haut jagen, in die Muskeln beider Oberarme, die ich fortan zu bewegen mehr als Mühe hatte. Aber wer braucht schon seine Oberarme, um ins Tram zu steigen und anschliessend mit dem Zug heimzufahren. Ich nicht. Sie?
4 (vier!) Spritzen habe ich gestern verpasst bekommen, um geschützt zu sein gegen Tollwut, Vogelgrippe, Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche und was man sich sonst allerhand Garstiges einfangen kann, wenn man die Nasenspitze über die Landesgrenze streckt. Ich habe vor, sie ganz weit zu strecken, nicht einmal Pinocchio vermöchte mit mir mitzuhalten.
Wie gesagt, ich habe es vor. Denn bestätigt ist noch nichts. Der „letter of invitation“ - zwar seit Wochen versprochen - steht aus, das Visum - wie man mir bestätigt hat - nurmehr reine Formsache, aber eben: Wo nix is, da is nix. Also habe ich angefangen, meine Reisevorbereitungen auf gut Glück zu treffen, und zwar physisch, so dass man’s spürt, dass es weh tut, die fremden Kulturen, unter die Haut sollen sie gehen, und das taten sie auch, die Spritzen.
Wobei gelogen wäre, wenn ich behauptete, die Spritzen seien der Anfang gewesen. Den Anfang machte ich dort, wo die Schweiz ihren Nabel hat: nämlich hinter der Pforte zum Bankgeheimnis. Wo ich eigene in Fremdwährung umtauschen liess, und diese buntbedruckten, verstaubt anmutenden Zettelchen bestellte, die ich vor einem Vierteljahrhundert in irgend einer kykladischen Provinzbank zu wechseln versuchte, vergeblich, denn die Banken waren immer geschlossen, egal wann, und egal wo. Banköffnungszeiten sind noch grausamer und unmenschlicher als Postöffnungszeiten. Aber das ist ein anderes Thema.
Obwohl man mir versichert hat, heutzutage immer und überall mit einer Kreditkarte bezahlen zu können (gesetzt der Fall, man habe die richtige bei sich), liess ich mir die Scheine geben, vielleicht, weil die Tatsache, Traveller Checks in den Fingern zu halten, erst das wahre Reisefieber aufkommen lässt. Quasi die vorweggenommene Sicherheit, tatsächlich zu verreisen. Und zwar für längere Zeit.
Mein nächster Schritt, so habe ich heroisch entschieden, wird sein, mir einen Stromadapter zu beschaffen. Wenngleich in völliger Unkenntnis darüber, ob ich Strom überhaupt vonnöten haben werde, denn auf einen Reisefön kann ich verzichten, und die üblichen elektronischen Gadgets vermutlich nicht brauchen. Dabei reise ich in kein Entwicklungsland (wäre dem so, hätte ich vermutlich weit weniger Schwierigkeiten, ein Mobiltelefon und einen Internetanschluss zu bekommen). Meine Destination ist prä-hip und zensurbeladen, wie Kuba, nur kälter.
Ich verschwinde für ein halbes Jahr. Nach China, zwecks „Cultural Exchange“ (so heisst es im Programm). Zumindest habe ich das vor...
Aber ich habe ganz vergessen, dass News von gestern keine sind. Also überlasse ich Sie den wirklich Neuesten News und belästige Sie nicht länger.

2007-12-03

Talking 2 a virus

Von sowas @ 11:43 [ The Good, the Bad and Boole ]
after a manic morning
a disastrous afternoon
came flying in
giving me its deadly kiss
on the 4head
cold, I feel it
stigmatized
with nothing left
2 brace myself
but the knowledge
that time will wear away
all the wounds
even the ones that aren’t
leaving / leaving
only scars
that aren’t / that aren’t
leaving me / leaving me
with nothing left
but the suffering.

Like an illness, an incurable disease
even without a remedy
2 remove the pain
of unknown extent & uncertain cause
like a virus
art thou / are U
leaving me
with nothing
but -
not even having left me
with -
the knowledge of who
U are / U are
like a virus.

(24.03.05)

2007-11-17

Mein schönstes Ferienerlebnis - Drama in 7 Akten

Von sowas @ 18:12 [ Wien ]
- Ouverture -
Es war um die Jahresendzeit. Engel regneten und Champagnerflaschen ejakulierten. Die aus purem Selbstzweck erstandenen Geschenke waren kampflos an den Mann gebracht, die lästige Pflicht an der Familie getan hat, Omi gelüftet, Tante abgehakt. Wir liefen mit kommerziell aufgepimpten Strahlegesichtern herum und feierten den rituellen Totschlag des Jahres, das am Boden lag und nur noch schwach röchelte - und mit einmal wusste ich: ‘ne Dornenranke. Um's Fussgelenk. Das war’s dann auch. Blöde Idee, Hirngespinnst. Lächerlich, der Wahn, sich farblich zu verstümmeln. Postpubertäres Gehabe, mittels Arschgeweih zur ultimativen Ver-H&M-isierung verkommen, dermatologische Kunstwerke zweifelhaften Geschmacks, mongoloide Schriftzeichen, die den wahren Chinesen Lachtränen in die Augen treiben: 'Wer dies liest ist doof'; 'Mutti's Liebling' ; 'Waschlappen im Dienst'. Man hätte mich einfangen, knebeln und fesseln müssen, bevor ich sowas machen würde.

- 1. Akt -
Summertime, ein Kellerlokal irgendwo in einer Gegend, in der sich Head- & Leafshops, Telefonanieanschluss-Salons und Piercing-Tattoo-Läden mit Alles-für-1-Euro-Schwemmen und Pizza-Döner-Sushikaschemmen den Platzabschlag liefern. Ich fühl mich in meinen Schritten gedeadtracked. Halt. Stopp. Retour. Spinn ich? Sieht aus wie ein drittklassiger Kosmetiksalon! Und da ist einer drin und bohrt in der Haut seines Opfers wie der Zahnarzt im Schmelz.
Geh rein und frag ihn.
WAAAS??
Geh rein und frag ihn, ob er dir ein Tattoo sticht.
Spinnst du?!?
Los, geh schon *imaginärschubs*
"Ehm... tschuldigung... äh *piepsestimmchen* Verzeihung, aber... ich hätt gern... ein, äh... Tattoo. Geht das?"
Der Needledoc und sein Opfer feixen anzüglich: Frau, fortgeschrittenen Alters, mit Einkaufstüten in der Hand. Na bravo, sowas.

- 2. Akt -
Es gibt Situationen im Leben, da kannst du dich nur noch durch Flucht nach vorn retten. Termin und Anzahlung und als ich aus dem Keller raus bin, da kribbelts im Gedärm: Sowas von oberpeinlich, das sagst du NIEMANDEM! Das Meerschwein wird dich auslachen, die Kinder werden dich enterben und deine Eltern haben dich schon immer davor gewarrnt, die zu werden, vor der sie dich gewarnt haben. Schlimmer noch: deine midlifekriselnden KollegInnen werden dir mitfühlend zuraunen "Also, meine Bekannte hat kürzlich bei einem psagyrischen Schamanen aus Osttimburesien eine nimboplythische Erdapflamnese machen lassen. Das solltest du dir vielleicht auch mal überlegen."

- 3. Akt -
Meine Bank zieht mir 40 Euro vom Konto ab. Das holt mich in die Realität zurück. "WAS ZUM TEUFEL LASS ICH MIR DA UNTER DIE HAUT SPRITZEN??" Figürlich gesprochen, natürlich. Wie sieht eine Dornenranke aus, wenn sie nicht wie Jesus-am-Bein wirken soll? Ich schiebe die Frage hinaus. Der Termin ist erst in einer Woche. Zeit genug, mit meiner Midlife-Crisis klarzukommen, auf die Vernunft zu hören und die 40 Euro in den Wind zu schreiben. Ich hab schon mehr für Blöderes ausgegeben. Schuhe zum Beispiel.

- 4. Akt -
Samstag, fünf vor Ladenschluss, in der Sachbuchhandlung.
"*hechel* Verzeihung, hätten sie etwas über... äh... Dornenranken? *gehetztdreinblick*"
"Wolln’s an Rosngoaten anlegen, gnä Frau?"
*SOOOaltsehichjetztauchwiedernichtaus-schmoll*
Rosengartenbücher zeigen Rosen. Keine Ranken. Heckenbücher zeigen Büsche, botanische Sachbücher naturalistische Stilleben und Dornröschenbücher disneyeske Blondinen in oppulenten Tüllgardinen.
Zwei nach Ladenschluss hält mir die Verkäuferin triumphierend einen Pflanzenbestimmungsband unter die Nase. Da! Dornenranken! Das Buch muss ich kaufen.
Ein Reinfall! Schnurgerade Zweiglein mit senkrecht abstehenden Borsten. Und sowas soll ich mir für’s Grab mitgeben lassen?

- 5. Akt -
Sonntag in aller Herrgottsfrüh, talentfreies Zerknüll-und-wegwerf-Zeichnen. Sodass der Stecher wenigstens einen Anhaltspunkt hat. Nach sieben Stunden und drei Schreibbögen steht der Entwurf. Am Montag stehe ich auf und weiss "Das machst du nicht! Das ist einfach ein Schwachsinn!" Aber die letzte Skizze ist eigentlich ganz hübsch. Zu Mittag zerknülle ich das Blatt und werfe es in den Müll. Um 17.50 hol ich es wieder raus und streiche es glatt. Und um 18.00 stehe ich im Kellerlokal. Mit der Skizze in der Hand.

- 6. Akt -
Georg, der rumänische Skinner, nimmt sie aus meinen zitternden Fingern, schnalzt mit der Zunge und meint "Hmm, hmmmm." Bittet mich, wie der Zahnarzt, Platz zu nehmen und zu warten. Ich hocke auf einem winzigen, knallroten Ledersofa, die Knie zusammengepresst, das Handtäschchen draufgedrückt, wie Omi im Fahrschultraining, umringt von gackernden Teens. Die Szene ist RealTV-würdig. *tuschel* "Ihr erstes Tattoo..." *kicher* "In DEM Alter!" *gacker* "Die sollte sich ‘ne Ziehharmonika stechen lassen, für die Runzeln" *prust*.
Entwarnung. Die Teens werden gepierced, nicht gepeckt. Einige von ihnen sehen schon aus, wie wandelnde Nadelkissen (der neueste Schrei sind Zungenpiercings hinten im Rachen).

- 7. Akt -
Als sie weg sind, murmelt Georg "Hoffentlich kein Magnet in der Nähe." Wir sehen uns an und grinsen. Das Eis ist gebrochen. Georg hält mir einen Transparentstreifen hin und sagt "Woher?" (ein Mann, ein Wort, ein Ausländer, ein Fremdwort). Ich brauche eine Weile, bis ich begreife: Ich sollte mir das Ding um’s Fussgelenk legen, damit die Position... aber...?! Halt, Moment mal!? "Das ist ja MEINE Zeichnung!" "Klar" "Aber ich dachte, DU würdest eine Ranke..." "Passt gut so." Georg nickt anerkennend. "Mach ich Schatten dazu." Oh Gott! Meine eigene, dilettantische Kritzelei! Mit der ich dem Bodydesignprofi nur zeigen wollte, was von ungefähr, doch er. Vervollständigt er sie mit ein paar Strichen, jagt per Mausklick einen Schatten drunter und mir dann unter die Haut. Ich atme tief durch. Denke, OK. Dann werde ich halt mit meinem eigenen Mist begraben, meine Ranke mit mir zusammen kompostiert. Passt, wie Georg sagt. Ich lege mich auf den schwarzen Schragen. Er zieht schwarze Gummihandschuh an. Und als mir die Fahrmotorik des Gestühls ins Gebein fährt und das helle Sirren des Bohrers den Zahnarztblues anstimmt, denke ich: Hoffentlich tut’s nicht weh, ich bin nämlich schrecklich wehleidig! Dann sticht er zu.

- THE END -

untitled

(und da sie immer noch nicht gestorben sind, so leben sie halt heute noch)

2007-11-05

Artcore

Von sowas @ 13:04 [ Kram ]
Lassen Sie mich etwas zum Thema Pornografie schreiben. Der moderne Mensch will ja schliesslich aufgeklärt bleiben. Nun also, legen Sie die Viagraschachtel bereit (konsultieren Sie zuerst die Packungsbeilage zu Risiken und Nebenwirkungen) und lassen Sie sich sodann über den neuesten Trend der Pornografie berichten: Die Foodomie.

Ja, Sie lesen richtig, es handelt sich um sexuelle Handlungen von (und nicht mit!) Nahrungsmitteln. Immerhin soll auch ein Kohlkopf ein Recht auf ein erfülltes Liebesleben haben. Bei der Foodomie betrachtet man also Nahrungsmittel verschiedenster Arten und Gattungen beim heissen Intimspiel in der erogenen Nahkampfzone. Man sieht, wie die Milch sich über das Brot ergiesst, der Reis es mit der Butter treibt und sich die Rübe an der Raffel reibt, denn auch im Foodland ist Sexspielzeug beliebt.

Natürlich gibt es für die Foodomie geradezu prädestinierte Nahrungsmittel: die Gurke beispielsweise, der Spargel, die Feige oder das Weggli. Aber auch die Erotomaten, die Nymphdrüsen und hüllenlose Bohnen zählen dazu. In der Foodomie erhält das Freizügigkeitsgesetz eine ganz neue Bedeutung.

Auch die Freunde der Homofoodie kommen nicht zu kurz, man denke an "Zärtliche Rosinen" oder "Brokeback Mountree" auf dem zwei gleichgesinnte Bananen einander verfallen. Und wenn sich das Feld der Foodomie auf die Hydrosexualität ausdehnt, sind der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt! Na, brauchen Sie das Viagra noch, oder verfüttern Sie es Ihrer Zimmerpflanze?

kommt mit Verhüterli

Wer wird denn hier gleich an was Schmutziges denken?

2007-11-02

Bedrogen

Von sowas @ 14:09 [ Das Projekt ]
Am heutigen, herrlichen Tag. Will ich über Drogen schreiben. Nicht wegen der Martina, das wäre erstens zu billig und zweitens auch nicht rechtens. Denn schliesslich hat die Martina - gemäss eigener Angaben - nicht. Ich aber habe, und gebe das auch ganz offen zu. Drogen genommen. In meiner Jugend (I DID inhale!), und - so realisierte ich heute beim Velofahren - nehme sie immer noch. Nicht unbedingt als dem Körper zuführbare Substanzen, sondern als Hilfsmittel, um gewisse Dinge des Lebens erträglicher, wenn nicht gar angenehm zu machen. Wie zum Beispiel stundenlanges Velofahren. Eine Öderie sondergleichen. Erträglich allein, indem man sich mit Drogen vollpumpt, in nämlicher Form fetziger Musik, die einem via Kopfhörer den Gehörgang zudröhnt. Zu fetziger Musik - mein Helferlein Nr. 2 - kann ich eigentlich fast alles. Stundenlang. Ohne Musik vielleicht gerade mal 5 Minuten. Wenn das keine Droge ist! An einem strahlend schönen Tag wie heute, kann ich auch vieles, stundenlang. Flanieren, sinnieren, telefonieren, trällernd die Wohnung putzen.
Ohne Drogen kann ich fast nichts, und ich geb’s zu: Ich nehme auch zum Bloggen Drogen! Da, neben mir steht mein Helferlein Nr. 1: eine Tasse Cappucchino, mit viel crèmigem Schaum, dafür ohne Schokopulver, denn schliesslich nehme ich zwar Drogen, aber süchtig bin ich nicht! Oder? Ist das Leben ohne Mummy’s little helpers nicht schlicht unerträglich? Können wir uns beispielsweise der brutalen Wahrheit ungeschminkter Nachrichtenbeiträge stellen, wenn sie nicht - uffseidank - alle 10 Minuten durch einen heiter-stupiden Werbeblock aufgelockert wird (zur Not hilft auch Zappen, als Ersatzdroge quasi)? Und ist die Unterhaltungsindustrie - inklusive diesem Blog - nicht auch eine Droge, die uns das von der ausgeschafften Religion verwüstet zurückgelassene Jammertal des Lebens erträglich macht, vor allem, seit wir wissen, dass es kein Himmelreich gibt, in das wir uns flüchten können - und scheint die Sonne daraus noch so strahlend herab, wie am heutigen, herrlichen Tag.

Mothers little helpers

2007-10-31

G-Astronomie

Von sowas @ 17:29 [ Kram ]
Hauben? Sterne? Gault Millau oder Guide Michelin? Werfen Sie alle Theorien die sie über Restaurantbewertungen kennen, über Bord, denn es gibt nur eine einzig wahre:

Die G-Astronomie.

Sie beruht auf der ebenso simplen wie unwiderlegbaren Binsenweisheit, dass, je weiter der Weg, desto grösser der Hunger und umso leckerer die dargebrachte Speise.

Überzeugen Sie sich selbst, machen Sie ein gedankliches Experiment:

Denken Sie an einen Herbstspaziergang, gemütliches Schlendern durch raschelndes Laub, man atmet die würzig-frische Luft, die den unangenehm schneeigen Beigeschmack der frühen Morgenstunden abgestreift hat, fängt sich noch ein paar Sonnenstrahlen ein, und sieht, hinten im Tal, ein gemütliches Gasthaus, an dessen windgeschützter Holzwand ein paar Bänke, Tische davor und Herzhaftes darauf, lecker, lecker! Fünf Sterne, ganz bestimmt!

Nun zu Experiment Nr. Zwei:
Denken wir uns eine abendliche Landschaft, kalt, graublauschwarz, feucht und neblig, darin wir, seit Stunden unterwegs, mit kalten Nasen und leeren Mägen und keine Einkehr weit und breit. Und dann, auf einmal, aus der Dunkelheit heraus ein heimeliges Lichtlein, grösser werdend, während wir näher kommen, ein Haus mit goldhinterleuchteten Fenstern, warmen Stuben und gedeckten Tischen mit dampfenden Schüsseln... mmhhhh! Egal, was in den Schüsseln ist, wir haben es zum Fressen gern. Siebzig Sterne, mindestens!

Soweit, so banal.

Jetzt kommt die Theorie, aufgepasst:
Setzen wir das mentale Experiment auf einer abstrakten Ebene ins Unendliche fort:
Denken wir uns also irgendwo im Weltraum, in seinen galaktischen Tiefen, eine Beiz. Und zu der müssen wir hin. Die Beiz liegt Lichtjahre entfernt und hat demzufolge Myriaden von Sternen. Und was heisst das? Richtig! Die beste Beiz, die es gibt, ist Douglas Adams’s Restaurant am Ende des Universums. WZBW

Reservieren Sie noch heute, die Platzzahl ist beschränkt!

himmlische Freuden

2007-10-27

Schweigen ist Gold

Von sowas @ 09:56 [ Das Projekt ]
Die einen sagen, sowas sei mit ihren Blogeinträgen liederlich geworden.
Ich aber sage, sowas hat gelernt zu schweigen, wenn sie nichts zu sagen hat.
Das ist doch auch schonmal was, oder?

...

2007-10-24

Das Stauto und die Mautobahn

Von sowas @ 08:52 [ Das Projekt ]
Ich lese NZZ-Folio (tut gut für die Bildung). Dort steht:

a) Millionen von Indern/Afrikanern/Chinesen sollen sich bald ein eigenes (Billig-)Auto leisten können.

b) Um die Folgen der vielen Autos zu bekämpfen, soll in Europa bald eine globale Strassenmaut eingeführt werden.

Ich schliesse daraus:

c) Leute sollen billige Autos kaufen und sie dann stehen lassen, weil das Fahren zu teuer ist.

Oder hab ich was nicht ganz richtig verstanden?

Stautos auf der Mautobahn

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